Prof. Dr. Katharina Al-Shamery - Universität Oldenburg




Studierende:  Leonie Hein, Michael Klosek


Prof. Dr. Katharina Al-Shamery
Eine Aufgabe des Moduls Frauen in Führungspositionen bestand darin ein Exponat aufbauend auf die empirisch erhobene Biografie der ehemaligen Universitätspräsidentin Frau Prof. Dr. Katherina Al-Shamery als künstlerisches Medium zu schaffen. Das Exponat soll zum einen die Karriere und zum anderen die jeweilige Kandidatin darstellen. Bei einem Exponat handelt es sich um ein Ausstellungsobjekt, welches einem Publikum nicht nur gezeigt wird sondern auch zum Nachdenken anregen soll. Ein Exponat wird über diesen Zweck hinaus als Wissensmedium genutzt und wirft neben inhaltlichen auch gestalterische, technische und logische Probleme auf. Nicht das Exponat, sondern das Bewusstsein vom Exponat ist das Ziel der didaktischen Bemühungen, Ausstellungen sollen also nicht um ihrer selbst willen präsentieren und erläutern, sondern das Bewusstsein der Nutzer verändern. Die Informationen zum Erstellen des Exponats wurden aus dem Interview gefiltert.
Bei der Erstellung und dem Führen des Interviews wiesen wir unsere Interviewkandidatin, die ehemalige Universitätspräsidentin Frau Prof. Dr. Katherina Al-Shamery darauf hin, dass wir zu ihrer Person im Anschluss an das Interview ein Exponat erstellen würden. Dieses solle nicht nur ihre Person, sondern auch ihren beruflichen Werdegang widerspiegeln. Zum Ende des Interviews fragten wir Frau Prof. Dr. Katherina Al-Shamery, welches Symbol, sie und ihren Werdegang repräsentieren könne. Ihr ist sofort das Symbol der Insel eingefallen, da sie sich häufig in einer Inselsituation befunden hat. In vielen Situationen ist sie die einzige Frau gewesen, z. B. im Arbeitskreis im Institut. Aus diesem Grund hat sie das Gefühl gehabt auf einer Insel zu sein. Jedoch hätte sie gerne zum Kontinent dazugehört. Deshalb befindet sich der Kontinent in unmittelbarer Nähe der Insel. Ihr Wunsch ist es, Teil eines großen Kontinents zu sein und sich nicht mehr als Insel zu fühlen.
Bei der Erstellung des Exponats wurden zuerst Ideen zu der Darstellung gesammelt. Für die anschließenden Materialbeschaffungen sammelten wir in verschiedenen Bastelläden Informationen über Materialien und stellten Preisvergleiche an. Danach kauften wir die nötigen Materialien. Für die Grundlage des Exponats wurde eine Leinwand gewählt. Diese hat eine Vielzahl von Vorteilen gegenüber anderen Bildträgern wie Holz, Metall und Wänden. Die Vorteile sind zum einen die geringen Kosten und zum anderen das geringe Gewicht und die Flexibilität. Auf einer Leinwand kann mit einer Vielzahl von Materialien gearbeitet werden. Leinwände dienen vielen Künstlern schon sehr lange als Träger ihrer Kunstwerke. Mit einer Masse aus Kleister und Sand wollten wir auf der Leinwand ein Objekt gestalten. Aus der Kleister- und Sandmasse wurden sowohl der Kontinent als auch die Insel geformt. Die Kleister- und Sandmasse wurde von uns bewusst gewählt, um die natürliche Struktur zu erhalten. Anschließend bemalten wir die einzelnen Ebenen mit den jeweiligen Farben.
Der Kontinent und die Insel stellen das Verhältnis von Frau Prof. Dr. Katharina Al-Shamery zu Arbeitskollegen, Professoren und Kommilitonen dar. In vielen Situationen war Prof. Dr. Al-Shamery die einzige Frau. Daher wurde ihre Figur auf der Insel mit Blick auf den Kontinent gerichtet platziert. Auf ihrer Insel befinden sich verschiedene Gegenstände der Chemie, welche wir aus einer Modelliermasse formten. Geprägt aus ihrer Kindheit durch Jacques Cousteaus Filme über Meeresbiologie sowie die großen Entwicklungen der Biochemie, war für sie klar ihre berufliche Zukunft in den Naturwissenschaften anzustreben. Schon in früher Kindheit interessierte sie sich für chemische Vorgänge und entschied sich daher für ein Studium der Chemie. Die Symbole der Chemie im Exponat spiegeln dieses Interesse wider.
Bei den chemischen Teilchen, die sowohl auf der Insel als auch auf dem Kontinent zu finden sind, handelt es sich um mehratomige Teilchen, welche durch chemische Bindungen zu einem Molekül zusammen gehalten werden. Diese wurden von uns bewusst in männliche und weibliche Teilchen unterteilt, dadurch wird zum einen der Zusammenhalt unter den Männern verdeutlicht und zum anderen wie schwer es für eine Frau ist als gleichberechtigt akzeptiert zu werden.
Das Gefühl, sich auf einer Insel zu befinden, ist wahrscheinlich vielen Frauen in Führungspositionen bekannt. Solch eine „Inselsituation“ gilt es zu verbessern und in Zukunft zu verändern, damit mehr Frauen bewusst den Weg in eine Führungsposition wählen. Die Situation der Insel lässt sich aber nicht nur auf Frauen in Führungspositionen übertragen, sondern ist in vielen anderen Situationen in der Gesellschaft zu finden.
Die Abbildung 01 zeigt das fertige Exponat. Es wurde bewusst aus diesem Winkel fotografiert um die Sicht der Frau darzustellen. Die Frau, welche sich auf der Insel befindet blickt hinüber zum Kontinent und sieht sich einer Gruppe von Männern gegenüber die Zusammenhalten. Als einzelne Frau ist es schwer in einer solchen Gruppe als gleichberechtigt akzeptiert zu werden. Es ist wahrscheinlich schwierig seine Ideen und Vorschläge umzusetzen ohne Hilfe von anderen zu erhalten. Außerdem ist es schwer bei einer Gruppe von Männern gehör für die eigenen Ideen zu bekommen, wie uns Frau Katharina Al-Shamery in dem Interview bestätigte.
Wir erhoffen uns, dass dieses Exponat zum diskutieren und Nachdenken anregt, so dass sich der Anteil der Frauen in Führungspositionen erhöht. Außerdem erhoffen wir uns, dass dieses Exponat und die darauf aufbauenden Diskussionen weniger bis gar keine Frauen mehr in eine solche Dargestellte Inselsituation bringt. Wichtig ist, dass dieses Thema im Allgemeinen nicht in Vergessenheit gerät und das wir uns jeden Tag bewusst dafür stark machen, dass sich in dieser Hinsicht noch einiges ändert.